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Rémi BOCHARD

Rémi BOCHARD ist Generaldirektor der Dienststellen des Gemeindeverbands „Pays Basque“. Er leitet ein Team von 1.300 Mitarbeitern. 

Nachdem er in Briscous aufgewachsen war und die Sekundarschule in Hasparren besucht hatte, begann Rémi Bochard ein Studium des öffentlichen Rechts in Bayonne, bevor er an der Universität Bordeaux 4 einen Master-Abschluss in Recht und Verwaltung kultureller Einrichtungen erwarb. Da er sich für das Gemeinwohl engagieren wollte, nahm er am Auswahlverfahren der ENA teil und wurde 2015 an der École Nationale d’Administration (Jahrgang „George Orwell“) aufgenommen. 

Krisenmanagement

Im Büro des Präfekten des Departements Hauts-de-Seine übernahm er die Leitung des interministeriellen Dienstes für Verteidigung und Zivilschutz. Dort leitete er ein 14-köpfiges Team, das sich dem Krisenmanagement widmete, und erwarb fundierte Fachkenntnisse über das „Vigipirate“-Sicherheitskonzept, den Schutz sensibler Standorte und die „Orsec“-Notfallpläne, während er gleichzeitig die Fähigkeit entwickelte, Partnerschaften mit allen Sicherheitsakteuren in diesem kontrastreichen Gebiet aufzubauen. Als Sicherheitsbeauftragter für das Geschäftsviertel La Défense konzipiert und implementiert er den ersten umfassenden Sicherheitsplan für dieses internationale Geschäftsviertel und entwickelt dabei eine strategische Vision für die Sicherheitsherausforderungen in einem exponierten wirtschaftlichen Umfeld.

Die ENA

Die ENA öffnete ihm die Türen zum höheren öffentlichen Dienst. Er sammelte Erfahrungen in der Diplomatie bei Laurent Bili, dem französischen Botschafter in der Türkei, in der Kommunalverwaltung bei Philippe Chotard, dem Generalsekretär der Stadt Paris, und in der Privatwirtschaft bei Silvano Sansoni, dem stellvertretenden Geschäftsführer von IBM France. Nach seinem Abschluss tritt er in die Generaldirektion für Unternehmen im Ministerium für Wirtschaft und Finanzen ein. Im Jahr 2017 war er stellvertretender Leiter des Referats für Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität und begleitete die Start-ups des French-Tech-Programms, wodurch er sich fundierte Kenntnisse des unternehmerischen Ökosystems aneignete. Nach seiner Beförderung zum Leiter des Referats für Haushalts- und Finanzangelegenheiten im Jahr 2018 entwickelte er eine seltene Expertise in der Steuerung wirtschaftspolitischer Maßnahmen und deren operativer Umsetzung.

Zurück vor Ort: Französisch-Guayana

Rémi Bochard, der 2019 zum Unterpräfekten von Französisch-Guayana ernannt wurde, kehrt nun in einem besonders anspruchsvollen sozialen Umfeld in den Bereich der Wirtschaft und der territorialen Entwicklung zurück. Als stellvertretender Generalsekretär der staatlichen Dienststellen und Generaldirektor für territoriale Koordination und Förderung strukturiert und entwickelt er eine neue Direktion, die ganz auf den Dienst an den lokalen Gebietskörperschaften ausgerichtet ist. Er steuert deren Finanzierung, gewährleistet die Kontrolle ihrer Maßnahmen und begleitet sie bei der Umsetzung von Projekten über die von ihm geschaffene Plattform zur Unterstützung der Gebietskörperschaften (PACT). Sein Handeln ergänzt das von der AFD angebotene Förderprogramm für Projektentwicklung. Er erweitert diese Direktion um eine Grundstücksabteilung, die für die Bearbeitung von Anträgen auf Veräußerung staatseigener Grundstücke zuständig ist – ein in Französisch-Guayana zentrales Thema.

Zurück zu den Wurzeln: das Baskenland

Seit 2021 ist Rémi Bochard Generaldirektor der Verwaltungsdienste des Gemeindeverbands „Pays Basque“, einem der größten interkommunalen Verbünde: 158 Gemeinden, 300.000 Einwohner, 1.300 Mitarbeiter. In dieser Funktion kann er seine Kompetenzen in den Dienst des baskischen Gemeindeverbands stellen: Leitung einer komplexen Organisation, strategische Steuerung der territorialen Politik, Verknüpfung von Wirtschaftsentwicklung und Raumordnung sowie Pflege der institutionellen und partnerschaftlichen Beziehungen.

Was Rémi Bochard jedoch vor allem interessiert, ist die Kulturpolitik. Um mehr darüber zu erfahren, schreibt er sich 2022 als Gasthörer in den Studiengang „Cycle des Hautes Études pour la Culture“ (4. Jahrgang „Fluxus“) ein. Dieser renommierte Studiengang vertieft das Verständnis für zeitgenössische kulturelle Herausforderungen und die öffentliche Kulturpolitik. Rémi Bochard wendet sein Wissen auf die Frage der territorialen Verankerung der Kulturpolitik an und wird nun Teilnehmer am Institut des Hautes Études de l’Aménagement du Territoire (IHEDATE), einer hochrangigen Bildungseinrichtung, die auf einer pädagogischen Partnerschaft mit der École des Ponts – ParisTech und Sciences Po basiert. Er arbeitet somit an der Entwicklung eines Dialogs zwischen den unterschiedlichen beruflichen Kulturen der Akteure, die zur Entwicklung der Regionen beitragen. Für Rémi Bochard ist Kulturpolitik somit nichts anderes als der strategische Bereich des öffentlichen Handelns auf regionaler Ebene.