Haizebegi-Festival – Kunst • Wissenschaft • Gesellschaft
Haizebegi wurde 2014 in Bayonne von einem Team engagierter Künstler, Forschern des CNRS, begeisterten Studenten und Geisteswissenschaftlern, die sich Sorgen um den Zustand der Welt machen. Gemeinsam stellen sie sich stellen sich einer doppelten Herausforderung: Musik zu nutzen, um menschliche Gesellschaften zu verstehen, und sie ein Instrument des sozialen Wandels zu machen.
Ein partizipativer und fächerübergreifender Ansatz
Das Festival erkundet die Kraft der Musik und schafft eine einzigartige Begegnung zwischen Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft. Haizebegi entwickelt kulturelle und künstlerische Projekte, die sich der sozialen Innovation widmen, indem das Dreigespann aus Forschern, Künstlern und benachteiligten Zielgruppen einbezieht.
Kunst
Haizebegi empfängt Künstler und Musiker aus aller Welt, für die Musik ein Akt des des Engagements ist. Das Zohra-Orchester des Nationalen Musikinstituts von Afghanistan (im Exil in Portugal), die Musikerinnen des Ivan-Honchar-Museums in Kiew (Ukraine), David Krakauer (Klezmer New York), Kinan Azmeh (Syrien), Keyvan Chemirani (Iran), der Perkussionist Aurélien Gignoux (Preisträger der „Victoires de la Musique Classique“), usw.
Wissenschaft
In Zusammenarbeit mit dem Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) ist Haizebegi:
– ein Innovationslabor zur transformativen Kraft der Musik
– ein Ort des Wissensaustauschs und der Debatten für die führenden internationalen Experten und Wissenschaftler aus aller Welt
– ein internationales Netzwerk mit „Haizebegi Around the World“ (HAW), zu dessen Partnern Universitäten und Kunstinstitutionen mit Sitz in Santiago de Chile, Belo Horizonte, Bogotá, New York, Bayonne und Berlin.
Gesellschaft
Haizebegi bezieht bei der Ausarbeitung seiner Kulturprojekte Sozial- und Gesundheitsfachkräfte in die Entwicklung seiner Kulturprojekte ein. Haizebegi bezieht seine Begünstigten mit ein und fördert die kreativen Fähigkeiten von Menschen in prekären Lebenssituationen durch die Umsetzung von Projekten, an denen sie als Mitgestalter mitwirken. Don-Bosco-Institut (unbegleitete Minderjährige), Atherbea, Notunterkünfte, des CADA, das Französische Rote Kreuz und das IKRK in Genf (70 Jahre Genfer Konvention Genfer Konvention über die Rechte der Flüchtlinge), usw.
Denis Laborde, Künstlerischer Leiter
Musik als Anthropologie
„Haizebegi ist kein Musikfestival, sondern ein Festival über die Welten der Musik.“ Überall, wo er gelebt hat, hat Denis Laborde versucht, die Musik zu einem Mittel zu machen, das Wissenschaft und Gesellschaft einander näherbringt. Er versteht Musik als Zeugnis unserer gemeinsamen Menschlichkeit und macht sie zu einem Instrument zur Veränderung sozialer Beziehungen.
Nach seinem Studium am Konservatorium von Bayonne und anschließend am Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris entdeckte er die Musikanthropologie und promovierte an der EHESS in Sozialanthropologie über die poetisch-musikalischen Improvisationen des baskischen Bertsulari.
Anschließend wurde er am CNRS aufgenommen und ging nach Deutschland, zunächst an das Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen, dann an das Centre Marc Bloch in Berlin. In Bayonne gründete er 2017 das Institut ARI des CNRS. Er ist Forschungsdirektor am CNRS und Studiendirektor an der EHESS (Paris). Derzeit leitet er das Projekt „MusiMig – Of what is music capable in situations of Forced Migration“, das zehn Forschungsteams aus aller Welt zusammenbringt, um die musikalischen Praktiken von Menschen in Situationen erzwungener Migration zu untersuchen.
Im Jahr 2020 verlieh ihm das CNRS die Silbermedaille der Institution für die Originalität seiner Arbeiten und deren internationale Ausstrahlung.

